RaiffeisenMagazin. Belgien kämpft gegen die Afrikanische Schweinepest

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1 Ausgabe 5 Oktober 2018 Deutscher Raiffeisenverband e.v. RaiffeisenMagazin Belgien kämpft gegen die Afrikanische Schweinepest Deutsche Obst- und Gemüseerzeuger erkunden den kanadischen Markt Koalitionsausschuss plant Fristverlängerung bei Ferkelkastration DRV sucht GENOscouts für die Internationale Grüne Woche

2 Termine Digitaler Agrarkarrieretag Unternehmen stellen sich beim DRV vor Der Deutsche Raiffeisenverband ist am Montag, 29. Oktober, Gastgeber des Digitalen Agrar karrieretags. Von 15 bis 19 Uhr wird Der DRV und weitere Arbeitgeber werden sich beim Digitalen Agrarkarrieretag präsentieren. Foto: Fotolia dieser live aus den Räumen des DRV am Pariser Platz bei Facebook und YouTube übertragen. In Koopera tion mit dem Karriereund Bildungsportal AgroBrain stellt der DRV eine Plattform für Unter nehmen aus der Agrarwirtschaft bereit, die sich jungen Bewerbern als Arbeitgeber präsentieren möchten. Die Zuschauer haben zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Auf diese Weise wird die klassische Jobmesse in ein modernes Format übertragen. Den DRV als Arbeitgeber wird Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vorstellen. Seminarreihe Milchpreissicherung startet erfolgreich Wie funktionieren börsenbasierte Milchfestpreismodelle und wie nutzen Erzeuger sie erfolgreich? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer Seminarreihe, die der Deutsche Raiffeisenverband gemeinsam mit dem Kieler ife Institut für Ernährungswirtschaft, dem Deutschen Bauernverband, der European Energy Exchange EEX und der H.J. Kiefer GmbH initiiert hat. Die ersten Kurse haben bereits erfolgreich stattgefunden. Zum Auftakt trafen sich in den Räumen des DRV in Berlin Vertreter von Molkereien, Ehrenamtliche aus Genossenschaften und Milcherzeuger. Die etwa 20 Teilnehmer erfuhren von den Referenten zunächst das Wichtigste über börsenbasierte Milchfestpreismodelle und nutzten im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch. Die Chance, Hintergrundfragen zu stellen, gefiel auch zehn Agrarjournalisten, die der Raiffeisenverband zu einem eigenen Seminar eingeladen hatte. Für zwei weitere Ter - mine können sich Interessierte noch anmelden. Schulungstermine und Orte (jeweils von 9:30 bis 16 Uhr): Bad Waldsee, Baden-Württemberg Erfurt, Thüringen Anmeldungen nimmt Dr. Henrike Burchardi vom ife Institut an. Per an oder telefonisch unter Seminarkosten: 75 Euro. Anmeldeschluss ist jeweils eine Woche vor der Schulung. 2 RaiffeisenMagazin

3 Auf ein Wort Die Agrarwirtschaft muss ihre Argumente gut vermitteln Der Koalitionsausschuss hat sich in Sachen be täubungsloser Ferkelkastration für eine Verlängerung der Frist ausgesprochen (Seite 7). Diese Initiative aus der Mitte des Bundestages ist zunächst ein gutes Signal für unsere Mitglieds - unternehmen und die gesamte Fleischwirtschaft in Deutschland. Ob damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Ferkelerzeuger mit anderen EU- Ländern gewährleistet ist, bleibt abzuwarten. Denn mit der geplanten Fristverlängerung um zwei Jahre allein ist es nicht getan. Damit löst sich nicht die grundsätzliche Un - sicherheit auf, mit der die gesamte Branche umgehen muss. Umso wichtiger ist es, dass die gewonnene Zeit genutzt wird, um praktikable Lösungen zu schaffen. Seit Beginn der Diskus - sion um den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration setzt sich der DRV dafür ein, dass ein geschulter Landwirt dem Tier eine ört - liche Betäubung geben darf, bevor es kastriert wird. Dafür muss nun dieser sogenannte Vierte Weg freigemacht werden. Ein weiteres Damoklesschwert schwebt über dem Sektor: In Belgien wurden Wildschweine gefunden, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet sind (Seite 4). Das Auftreten eines ASP-Falls in Deutschland wird damit immer wahrscheinlicher. Der DRV legt seinen Mitgliedsunternehmen dringend nahe, sich mit diesem Szenario auseinanderzusetzen. Erste Empfehlungen stehen auf der DRV-Homepage zur Verfügung. Die Diskussion in der Gesellschaft über die heutige Agrarwirtschaft hat mitunter scharfe Züge. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Argumente gut vorbringen. Wir suchen deshalb GENOscouts (Seite 12), die die DRV-Mitarbeiter an unserem Stand auf der Internationalen Grünen Woche im Januar unterstützen. Natürlich müssen sich die jungen Leute nicht unvorbereitet den mitunter kritischen Fragen der Besucher stellen in Vorbereitungsseminaren erhalten sie das nötige Rüstzeug. Wer Verbrauchern die Besonderheiten der modernen Landwirtschaft gerne im direkten Gespräch erklären möchte, für den wäre ein Einsatz in Berlin genau das Richtige. Getreu dem Motto: Was der Ein - zelne nicht vermag, das vermögen viele! DRV-Präsident RaiffeisenMagazin

4 Afrikanische Schweinepest Belgien setzt massive Maßnahmen zur Bekämpfung ein Text: Dr. Verena Schütz Foto: DRV Jäger finden am in der Nähe der Stadt Etalle in der belgischen Provinz Luxembourg drei verweste Schwarzwildkadaver. Einen Tag später wird ein schwächlicher Überläufer in der gleichen Region getötet. Alle Tiere werden routinemäßig untersucht. Einige Tage später steht die Ursache fest, die eine Katastrophe für den belgischen Schweinemarkt bedeutet: Die Tiere sind an der Afrikanischen Schweinepest verendet. Die Tiere waren zwar bereits am 9. September gefunden worden, die Bestätigung, dass es sich um ASP handelte, kam jedoch erst am 13. September. Diese Frist ergab sich daraus, dass die Funde einer standardisierten Routineuntersuchung unterzogen wurden, wie es sie auch in Deutschland gibt. Erst seit der Bestätigung hat die Untersuchung auf den Virus Vorrang. Seit diesem ersten Fund hat Belgien massive Aktionen eingeleitet, um eine Verbreitung der für den Menschen und andere Tiere, außer Schweinen, ungefährlichen Tierseuche zu verhindern. So wurde um den Fundort eine 630 Quadratkilometer große Restriktionszone ausgerufen. Diese konzentriert sich vor allem auf das Waldgebiet, das sich südwestlich und südöstlich der Stadt Etalle erstreckt. Auch die Nachbarstaaten Luxemburg und Frankreich haben reagiert und eine verstärkte Fallwildsuche etabliert. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat auf freiwilliger Basis zu einer verstärkten Fallwildsuche im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Teilen Nordrhein-Westfalens aufgerufen. Die Region um den Fundort ist in Sachen Tierseuchen beim Schwarzwild nicht unbekannt. Bereits beim Ausbruch der Klassischen Schweine - pest in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren dort Bestände betroffen. Zudem ist die Schwarzwildpopulation relativ groß. In dem im südlichsten Teil Belgiens liegenden Gebiet befinden sich im Verhältnis zu anderen Landesteilen relativ wenige Schweine haltende Betriebe. Dennoch hat die belgische Regierung beschlossen, alle dort gehaltenen Hausschweine vorsorglich töten zu lassen. So soll eine Verschleppung der Seuche zwischen Schwarzwild- und Hausschweinebestand verhindert werden. Für Betriebe mit Schweinen in der vollständigen Outdoor-Haltung ohne Stall, und damit möglichem Kontaktschutz, ist dies eine drastische, aber aus Sicht des DRV sinnvolle Maßnahme, da ein Kontakt zwischen Hausund Wildschweinbestand nicht zu 100 Prozent unterbunden werden kann. Eine doppelte Einzäunung stellt keinen vollständigen Schutz dar. Anders stellt sich die Situation für einen klassischen Hausschweinebestand in Stallhaltung dar: Das ASP-Virus kann nur durch direkten Kontakt des Tieres mit infiziertem Material übertragen werden. Das bedeutet, dass Schweine 4 RaiffeisenMagazin

5 infiziertes Material, vor allem Blut, oral auf - nehmen müssen, damit sie sich infizieren. Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts zeigen, dass dafür geringe Mengen ausreichen. Klare und einfache Regeln der Biosicherheit helfen, das Virus nicht in den Hausschweine - bestand zu verschleppen: Wildschweinsichere Lagerung von Einstreu, Futter und Beschäftigungsmaterial. Unterbindung des Kontakts von Wild - schweinen zum Hausschweinebestand durch physische räumliche Trennungen wie Stallwände oder Einzäunungen. Nutzung der Hygieneschleuse inklusive Wechsel von Schuhen und Kleidung. Hände waschen vor dem Betreten. Keine Mitnahme von Lebensmitteln in den Stall. Keine Mitnahme von Gegenständen in den Stall, die mit Krankheitserregern kontaminiert sein können. Die Effekte für den belgischen Markt sind bereits von großer Tragweite. Exporte in Drittlandmärkte sind vollständig zum Erliegen gekommen. Sei es weil belgische Ware von diesen Ländern gesperrt wird oder weil die Unterzeichenbarkeit der Veterinärzertifikate nicht mehr gegeben ist. Belgien bleibt derzeit nur der EU-Binnenmarkt als Absatzmarkt. Nicht nur im Fleischhandel, sondern auch im Ferkelhandel sind erste Verschiebungen zu beobachten. Was kann der deutsche Sektor von Belgien lernen? Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Wildschweinebestand ist nur durch Information der Menschen zu verhindern. Mit Die Afrikanische Schweinepest könnte auch in Deutschland auftreten. Deshalb empfiehlt der DRV seinen Mitgliedsunternehmen dringend, sich mit diesem Szenario auseinanderzusetzen. Erste Empfehlungen stehen auf der DRV-Homepage zur Verfügung. großer Wahrscheinlichkeit war der Vektor Mensch ursächlich für die Verschleppung. Mögliche Ausgangspunkte der belgischen Fälle sind ein sehr großer Truck-Stopp, aber auch ein privates Wildgehege, das laut Zeugenaus - sagen Wildschweine aus anderen Regionen aufgenommen hat. Mit dem unkontrollierten ASP-Geschehen, vor allem in Rumänien, steigt täglich die Wahrscheinlichkeit, dass infizierte Lebensmittel weiter verbreitet werden. Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Schweinefleisch müssen sich präventiv damit auseinandersetzen, dass auch in Deutschland die ASP auftreten könnte. Erste Empfehlungen hat der DRV auf seiner Homepage zur Verfügung gestellt. Die Arbeitsgruppe ASP-Krisenhandbuch arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Fertigstellung des Handbuches für den Transport von Waren, Nutztieren sowie für Berater. RaiffeisenMagazin

6 Seminar über Tierethik Anfeindungen im WWW richtig begegnen Text: Dr. Verena Schütz Foto : DRV Die gesellschaftliche Debatte um die Haltung von Nutztieren und den Konsum von tierischen Lebensmitteln wird in den sozialen Medien oft härter und persönlicher ausgetragen als im direkten Gespräch. Dabei verwenden Nutzer mitunter Phrasen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben deren Tragweite ihnen aber unbekannt ist. Doch wie auf diese Phrasen und die damit verbundenen Vorwürfe reagieren? Dies will gelernt sein. Deshalb bieten der Deutsche Raiffeisenverband und der Bundes verband Rind und Schwein mit finanzieller Unter stützung der Rentenbank tierethische Workshops an. Die ersten beiden Workshops in Herrsching sowie in Rastede waren ein voller Erfolg. Aufgrund der regen Nachfrage wurden weitere Basis-Seminare ins Programm aufgenommen. Teilnehmer waren sich einig: Die Aktivisten werden wir kaum erreichen oder umstimmen können. Das ist auch nicht das Ziel dieser Workshops. Zielgruppe sind die anonymen Mitleser dieser Foren, Blogs und Einträge. Ge zielte Nachfragen und Kommentare in den Blogs sollen auch die andere Seite der Medaille zeigen, die von Kritikern sonst verschwiegen wird. Ziel ist es, den Mitlesern verschiedene Facetten aufzuzeigen, damit sie sich eine Meinung bilden können. Die Meinungsbildung soll nicht alleine den Tierrechtlern überlassen werden. Gegenpositionen oder andere Blickwinkel können von tierethisch geschulten Landwirten und Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen aufgezeigt werden. Auf dieser Ebene setzen die Schulungen an. Im Basis-Seminar werden die Teilnehmer an das Thema herangeführt, ein späteres Vertiefungsseminar baut auf den ersten Übungs- und Trainingsschritten auf. Bisher haben ganz unterschiedliche Vertreter von Zucht-, Besamungs-, Vermarktungsund Beratungsorganisationen sowie Landwirte teilgenommen. Das Referententeam mit Eva Koch als Kommunikationstrainerin und Markus Melcher als Philosoph hat den richtigen Schlüssel gefunden, um dieses schwierige Thema innerhalb eines 1,5-tägigen Seminars zu vermitteln. Über die Art und Weise der modernen Tierhaltung gibt es häufig Missverständnisse. Wie sich diese im Kontakt mit Verbrauchern ausräumen lassen, ist ein The ma des Tierethik- Seminars. 6 RaiffeisenMagazin

7 Ferkelkastration Holzenkamp: Fristverlängerung gibt der Fleischwirtschaft Hoffnung Text: Wiebke Schwarze Foto : DRV Mit Erleichterung hat der Deutsche Raiff - eisenverband (DRV) auf den Beschluss des Koalitionsausschusses zum Umgang mit der betäubungslosen Ferkelkastration reagiert. Wir freuen uns sehr, dass die Große Koalition die Notwendigkeit zum Handeln erkannt hat. Die geplante Fristverlängerung bedeutet für unsere Mitgliedsunternehmen und die gesamte Fleischwirtschaft in Deutschland, dass die Wett - bewerbsfähigkeit mit anderen EU-Ländern gewahrt bleibt, wenn auch nur vorerst, sagte DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp. Nun müsse die wohl gewonnene Zeit genutzt und der Weg freigemacht werden für den sogenannten Vierten Weg. Dabei verabreicht ein geschulter Landwirt dem Tier das Schmerzmittel lokal vor dem Eingriff. Dieses Verfahren ist bisher in Deutschland aufgrund vieler rechtlicher Hürden nicht anwendbar, während es in an deren Ländern bereits praktiziert wird. Wir bleiben dabei: Der,Vierte Weg muss als eine von mehreren Alternativen möglich sein, betonte Holzenkamp. Und weiter: Wenn dieser,vierte Weg angeblich so unmöglich ist, frage ich mich schon, weshalb er dann in Schweden oder Dänemark praktiziert wird, und diese Tiere dann zu Tausenden nach Deutschland gebracht werden können. Eine Hürde hin zum Vierten Weg ist die Definition des Begriffs wirksame Schmerzausschaltung. Die Bundesregierung legt ihn sehr eng aus und hält deshalb eine Änderung des Tierschutzgesetzes für nötig. Der DRV geht davon aus, dass das Problem mit einer Verordnung zu lösen ist. Er setzt sich seit Beginn der Diskussion um den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration für die Lokalanästhesie, ver abreicht durch den geschulten Landwirt, als ergänzende Methode ein. Im Zusammenhang mit der örtlichen Betäubung dürfe auch das Schmerzmittel Procain nicht als unwirksam abgetan werden, betonte Holzenkamp: Eine Anwendung durch den Tierarzt ab dem 1. Januar zum Zweck der Ferkel - kastration stelle ich aufgrund der gültigen Zu - lassung des Präparats nicht infrage. Die Wirksamkeit von Procain wird diskutiert, da in Ver - suchen der Anstieg eines Stresshormons beim Tier beobachtet wurde. Holzenkamp: Wir sehen das als unproblematisch an. Andere sehen das anders. Endgültige wissenschaftliche Ergeb - nisse stehen noch aus. Kritiker werfen der Wirtschaft vor, sie habe die Fristverlängerung nicht genutzt, um Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastra - tion zu finden, und spiele stattdessen auf Zeit. Diesen Vorwurf weist Holzenkamp entschieden zurück. Die Wirtschaft war alles andere als untätig und auch unsere Mitgliedsunternehmen haben sich intensiv mit Alternativen beschäf- RaiffeisenMagazin

8 Der Koalitionsausschuss plant, die Frist in Sachen betäubungslose Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern. tigt, betonte er, und nannte Ebermast, Immunokastration und die Betäubung mit Isofluran. Wir mussten aber leider feststellen, dass die technische Erkennung des Fleisches von geruchsauffälligen Tieren am Schlachtband nicht funktioniert. Gegen die Immunokastration gibt es im Markt Vorbehalte und Isofluran ist nach wie vor in Deutschland nicht zugelassen und es gibt außerdem ungelöste Probleme in der Anwendung, fasste Holzenkamp die Erkenntnisse nach umfassenden Versuchen zusammen. Der DRV hofft nun, dass die weiteren Schritte des Gesetzgebungsverfahrens möglichst reibungslos gelingen.» Impressum «Herausgeber: Deutscher Raiffeisenverband e.v., Pariser Platz 3, Berlin, Redaktion: Wiebke Schwarze, Telefon , Herstellung: Görres-Druckerei und Verlag GmbH, Neuwied Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018 Titelbild: DRV Der Bezug des RaiffeisenMagazins ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. 8 RaiffeisenMagazin

9 ASIA Fruit Logistica BVEO-Mitglieder zeigen sich beim German Pavilion Text: Lisa Kloke Foto : BVEO Zehn deutsche Unternehmen haben sich bereits zum zweiten Mal in Folge mit einem Gemeinschaftsstand bei der ASIA Fruit Logistica präsentiert. Die dreitägige führende Fachmesse für den internationalen Handel von frischem Obst und Gemüse fand Anfang September in Hongkong statt. Die ASIA Fruit Logistica ist Treffpunkt für internationale Unter nehmen und Organisationen aus allen Bereichen der Branche. Der deutsche Gemeinschaftsstand wurde 2017 erstmals von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.v. (BVEO) gemeinsam mit dem Fruchthandelsmagazin initiiert und durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) gefördert. Zehn Unternehmen, darunter auch vier Mitglieder der BVEO, präsentierten in diesem Jahr im Rahmen des German Pavilion hochwertige Produkte und Dienstleistungen made in Germany. Insgesamt fanden über 800 Aussteller aus 48 Ländern und mehr als Einkäufer sowie Handelspartner aus mehr als 76 Ländern ihren Weg auf die Messe. Bei zahlreichen Veranstaltungen, wie dem in den vergangenen Jahren regel mäßig am Vortag stattfindenden Asiafruit Congress, hatte das internationale Fachpublikum Gelegenheit zum Informationsaustausch über die Entwicklungen und Potenziale im asia - tischen Markt. Die jährlich steigenden Besucherund Ausstellerzahlen betonen die wichtige Rolle der ASIA Fruit Logistica als Leitmesse des Fruchthandels im asiatisch-pazifischen Raum. Für die Mitgliedsunternehmen der BVEO ist die Erschließung neuer Märkte und der bilaterale Handel von besonderer Bedeutung. In enger gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit dem BMEL hat für die BVEO die Exportmarkterschließung auch in Zukunft weiterhin höchste Priorität. Suse-Katrin Jamrath (von links), Lisa Kloke und Dr. Christian Weseloh haben bei der ASIA Fruit Logistica in Hongkong die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.v. vertreten. RaiffeisenMagazin

10 Markterkundungsreise Kanada So tickt der kanadische Markt für Kernobst Text: Suse-Katrin Jamrath Fotos : BVEO Die Kanadier essen immer mehr Obst. Studien zeigen, dass der Verbrauch seit 2005 stetig steigt und dieser Trend wohl anhalten wird. Gleichzeitig ist der Selbstversorgungsgrad relativ niedrig bei Äpfeln liegt er bei circa 40 Prozent. Das bietet Chancen für Mitglieder der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.v. (BVEO). Das Eruieren des Absatzpotenzials für deutsches Kernobst war deshalb das Thema einer Markterkundungsreise nach Kanada. Reisen wie diese gehören zum Angebot des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen seines Förderprogramms Agrarexport. Die BVEO hatte die siebentägige Informationsfahrt für ihre Mitgliedsunternehmen beantragt. Ziel war es, ein Bild vom kanadischen Kernobstmarkt zu erhalten. Die Reise begann in der westlichsten Provinz Kanadas, in British Columbia. Im Raum Vancouver präsentierte das Unternehmen Die Teilnehmer der Markterkundungsreise freuten sich über das vielfältige Programm. 10 RaiffeisenMagazin

11 BC Fresh ein Marktführer in der Vermarktung von regionalem Obst und Gemüse seine hoch - moderne Lagerhalle. Von hier aus werden ganz Westkanada sowie die Vereinigten Staaten beliefert. Nach Besichtigungen weiterer Obst- und Gemüsebetriebe setzte sich die Reise Richtung Kelwona in das Okanagan Valley fort. Aufgrund des außergewöhnlich milden und trockenen Klimas und mithilfe spezieller Bewässerungstechnik hat sich der Obstbau in diesem Tal vorzüglich entwickelt. Die Obstplantagen in der Talebene und den leicht terrassierten Hängen prägen das Land schaftsbild. Neben Äpfeln und Birnen hat sich hier der Anbau von Kirschen, Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen etabliert. Das macht sich auch die Erzeugerorganisation BC Tree Fruits zunutze. Das Unternehmen verfügt über verschiedene Verpackungs anlagen und Aufnahmeeinrichtungen mit großen Lagerkapazitäten. Die Ware von mehr als 430 Erzeugern wird hier abgepackt und an den Lebens - mitteleinzelhandel vermarktet. Die Teilnehmer der Reise hatten zudem die Möglichkeit, die Erzeugerbetriebe von BC Tree Fruits zu besichtigen. Die Tour führte dann in die Provinz Ontario im Südosten Kanadas. Neben Storechecks in den umsatzstärksten Lebensmitteleinzelhandels - ketten Kanadas, wie Loblaw und Sobbeys im Raum Toronto, war vor allem die Niagara-Region von großem Interesse für die deutsche Delega - tion. Klimatisch profitiert diese Region zwischen dem Ontariosee und dem Eriesee vom mildernden Einfluss der Gewässer, sodass der Obstanbau stark ausgeprägt ist. Die Besucher aus Deutschland besichtigten unter anderem den Traditionsbetrieb Martin s Family Fruit Farms, der seit 1820 Obst und Gemüse anbaut und sich im Bei einer Netzwerkveranstaltung führten Deutsche und Kanadier auf Einladung des BMEL interessante Gespräche. Laufe der Jahre auf Kernobst spezialisiert hat. Bei Tregunno Family Farms lernten die Teilnehmer, welche Methoden zur Rückverfolgbarkeit von Obst und Gemüse innerhalb der Lieferkette in Kanada eingesetzt werden. Im Vineland Research and Innovation Center, einem bedeutenden Forschungszentrum in Ontario, wurden den Besuchern eindrucksvoll die neuen Technologien und Züchtungsfort schritte Kanadas im Bereich der Gartenbau wissenschaft präsentiert. Auf Einladung des BMEL trafen sich die deutschen Vertreter mit kanadischen Unternehmensvertretern aus dem Bereich Obst und Gemüse in Niagara Falls zu einer hochwertigen Netzwerkveranstaltung. Die Delegierten erhielten dabei die Möglichkeit, ihr jeweiliges Unternehmen vorzustellen. Am Ende werteten DRV-Präsident Franz- Josef Holzenkamp und Christoph Hövelkamp, Vorsitzender der BVEO, im Namen der deutschen Unternehmen die Reise als sehr interessant und erfolgreich. RaiffeisenMagazin

12 Internationale Grüne Woche 2019 Erklärer gesucht Seien Sie als GENOscout dabei! Text: Dr. Claudia Döring Foto: DRV Der DRV-Stand bei der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin wird noch größer und informativer. Seien Sie als GENOscout dabei und unterstützen unser Team mit Ihrem Praxiswissen als Botschafter der genossenschaftlichen Idee! Die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin ist der Branchen-Hotspot für den Austausch mit Politik und Öffentlichkeit. Nach gelungenem Start in diesem Jahr bieten wir allen Mitarbeitern aus Genossenschaften auch 2019 die Möglichkeit, unser Messeteam als GENO - scout zu verstärken. Unser Stand lebt vom persönlichen Austausch mit den Messebesuchern. GENOscouts sind Mitarbeiter aus Unternehmen, die mit ihrem Wissen helfen, das Image der ländlichen Genossenschaften und der modernen Agrar- und Ernährungswirtschaft weiter zu verbessern. Zusätzlich zu unseren etablierten Stand- Modulen Wir transportieren Tierschutz und Wir sind die Milchmacher werden 2019 Warengenossenschaften ihr Engagement im Bereich Smart Farming vorstellen. GENOscouts können alle Mitarbeiter aus Genossenschaften werden, die Freude daran haben, sich auf der IGW zu engagieren. Die IGW 2018 hat gezeigt, dass es gerade für junge Mitarbeiter sehr attraktiv ist, nach Berlin zu reisen und die DRV-Mit - arbeiter zu unterstützen. Erstmals bieten die genossenschaftlichen Akademien vorab Qualifizierungen zum GENO - scout an, die durch die Raiffeisen-Stiftung ge - fördert werden. In den Schulungen lernen die Teilnehmer unter anderem Techniken der Gesprächsführung und erfahren Wissenswertes über das Genossenschaftswesen und die Person Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das in den Schulungen Gelernte und die Erfahrungen, die die GENOscouts während der IGW im Kontakt mit Verbrauchern, Journalisten und Politikern sammeln, kommen anschließend auch der Öffentlichkeitsarbeit der entsendenden Genossenschaften zugute. Der Einsatz eines GENOscouts umfasst in der Regel ein bis zwei Tage Standbetreuung während der IGW im Zeitraum 18. bis 27. Januar Die Kosten für Anreise und Unterkunft tragen die entsendenden Unternehmen; der DRV hat ein Abrufkontingent für Hotelzimmer reserviert. Für die Betreuung vor Ort und die Verpflegung während der Messe sorgt der DRV. 12 RaiffeisenMagazin

13 Der DRV sucht wieder junge engagierte Mitarbeiter aus Genossenschaften, die Lust haben, als GENO - scouts Besuchern der Internationalen Grünen Woche die Besonderheiten der modernen Landwirtschaft zu erklären. Der DRV freut sich auf zahl reiche Unterstützung für das Projekt GENOscouts An meldungen für die Teilnahme an der Messe sind verbindlich bis 1. November unter möglich. Um über zeu gendes Auftreten in der Öffentlichkeit zu trai nieren, empfehlen wir, alle von Ihnen ausgewählten Mitarbeiter auch an einer der Schu lungen teil - nehmen zu lassen. Die Programme und Anmeldebögen er halten Sie ebenfalls über den DRV unter Zeiten und Orte der Seminare: 3. November bwgv akademie: Fellbacher Weingärtner eg in Fellbach 13. November Genossenschaftsakademie Weser-Ems: Rastede 22. November Akademie Bayerischer Genossenschaften: Tagungszentrum Beilngries 13. Dezember GenoAkademie: Hannover RaiffeisenMagazin

14 Gefahrstoff-Leitfaden veröffentlicht Neue Arbeitshilfe für die Praxis Text: Dr. Michael Reininger Foto: DRV Was gilt es beim Umgang mit Gefahrstoffen zu beachten? Darüber informiert ein neuer Leitfaden des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). Unter dem Titel Bau und Betrieb von Gefahrstofflägern und für die Abgabe von Gefahrstoffen an Dritte werden sämtliche Aspekte der Lagerung und Abgabe von Agrar-Betriebsmit- teln detailliert und praxisnah erläutert. In diversen Arbeitshilfen werden weiterführende Faktoren aufgegriffen und beleuchtet. Dabei geht es nicht nur um Pflanzenschutzmittel: Die extrem komplexen Regelungen betreffen unter anderem Düngemittel, Biozide, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Mineralölprodukte, Säuren oder Lacke. Der Leitfaden wurde vom DRV in enger Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW), der R+V Versicherung und Spezialisten aus den Raiffeisen-Hauptgenossenschaften erarbeitet. Er richtet sich an sämtliche Unternehmen und Personen, die entsprechende Produkte lagern oder abgeben. Zudem soll der Leitfaden auch den Behörden als Orientierung dienen, die den ordnungsgemäßen Betrieb entsprechender Läger und Unternehmen überwachen. Der Leitfaden und die zugehörigen Arbeits - hilfen können kostenfrei von der Homepage des Deutschen Raiffeisenverbandes herunter geladen werden: Für alle, die mit gefährlichen Stoffen umgehen und diese lagern, hat der DRV einen Leitfaden zusammengestellt. 14 RaiffeisenMagazin

15 Hofübergabe & Versicherungsschutz Versicherungstipps für die Hofübernahme Text: Eva Kuschfeldt, R+V Versicherung Die Hofübergabe ist ein zentrales Thema in der Landwirtschaft: Wer dabei weiß, welche Versicherungsfragen zu beachten sind, ist klar im Vorteil. Übergang und Kündigungsrecht bei Sachversicherungen Falls der Nachfolger Versicherungen kündigen möchte, gilt im Normalfall ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen. Ansonsten gehen alle Sachversicherungen, etwa für Gebäude, Maschinen oder Tiere, auf den Hofnachfolger über. Etwas anders ist es bei Rechtsschutz- und Haftpflichtversicherungen. Diese sichern zwar üblicherweise auch alle Bewohner des Hofes ab, gehen bei einer Übergabe aber nicht automatisch über. Berufsunfähigkeit: Darauf sollten sich Hofeigentümer vorbereiten Die Zahlen der Landwirtschaftlichen Sozialver - sicherung zeigen: Den Beitragszahlern in der LAK stehen Empfänger von Erwerbsminderungsrenten gegenüber. Durch die schwere körperliche Arbeit sind Rückenpro - bleme in der Landwirtschaft keine Seltenheit, auch Allergien können im Laufe des Lebens auftreten. Da der finanzielle Verlust umso größer ist, je früher der Betroffene nicht mehr arbeiten kann, sollten Hofnachfolger schon früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen. Die R+V Lebensversicherung bietet Mitgliedern des Bauernverbandes dazu eine stark vereinfachte Gesundheitsprüfung an. Private Rentenversicherung ist sichere Altersvorsorge Die Altersrente in der Landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK) beträgt nur ein paar hundert Euro monatlich. Deshalb sollten Hofnachfolger eine zusätzliche Altersversorgung abschließen. Besonders günstig für landwirtschaftliche Unternehmer ist dabei die Rürup-Rente: Je nach Liquidität des Betriebes können Landwirte variable Beiträge zur Altersvorsorge einzahlen als Einmal- oder laufende Beiträge. RaiffeisenMagazin

16 IHR PLUS AN NÄHE. Rundum-Schutz mit dem Landwirtschaftlichen Versorgungswerk der R+V. Partnerschaft für den Erfolg: R+V-Fachberaterin Sabine Schwanengel und Betriebsleiter Stefan Englert mit Familie Erfahren Sie mehr in allen Volksbanken Raiffeisenbanken, R+V-Agenturen oder auf